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Übersetzung/2. Fassung der Rezension des Albums "Illusion of Evil". © Gollum 2006-04-01

Während die erste Demo-Kassette den Titel "Dream of Dark Hour" trug, müsste das zweite Album der südpolnischen Band einen Untertitel "A Nightmare of Dark Hour" haben.
Die Atmosphäre von Alpträumen, diese schlafwandlerische Reise in "slow motion" durch die menschenleeren Winkel des Geistes verlangt einiges an Konzentration ab, denn die Musik, die sie untermalt (oder erst ermöglicht) ist sehr vielschichtig. Die beiden Künstler haben nicht umsonst eine Faszination von progressiver Musik bekundet.

Bereits der erste Gitarrenriff vertreibt alle Zweifel, dass wir es immer noch mit Musik, die um Doom-Metal kreist zu tun haben. Er zermalmt förmlich mit seiner Schwere, nimmt uns den Atem, und dieses Gefühl verlässt einen kaum für die gesamte Spieldauer; alles hier ist erdrückend und voller Angst, Trauer und Unruhe.
Das Gefühl steigert sich noch als das erste Mal die Stimme ertönt, dieser erste Augenblick wird von einem unirdischen, langatmigen Gesang unterlegt, ich war mir noch nicht einmal sicher, ob es eine männliche oder weibliche Stimme ist. Den Gesang von Sławek hört man wenig später, doch auch hier hatte ich Schwierigkeiten mit dem Wiedererkennen - welch eine Entwicklung und Differenzierung. Er ist immer noch charakteristisch lakonisch, als ob etwas nachlässig, doch mit einer für mich angenehmen Klangfarbe. Ein Novum stellen Fragmente dar, die "lebendiger", vielleicht "streitsüchtiger" klingen, es erinnert mich etwas an manche Jazz-Sänger, diese Art von Rauheit, ein sich manchmal überschlagender heiserer Ruf.

Das Geschrei von Waldemar Sagan - auf diesem Album nur noch als Gastmusiker -  ist bereits ein bekanntes Element. Hier in diversen Intensitäten zu hören, mal ein tiefer "Growl", der sich in ein schrilles, doch deutliches Kreischen steigert.

Die Elektronik wurde mehr in den Hintergrund gelegt, das programmierte Schlagzeug ist nicht reich an effektvollen Übergängen, einmal wird eine Art "Maschinengewehrsalve" dargeboten, die im Kontrast zur fast völligen Stille gleich danach steht, die nur von tibetischen Samples unterbrochen wird. Im Allgemeinen wurde das Tempo nochmals, falls dies vorstellbar ist, reduziert, wie von Sławek angekündigt.

Die polnische Version dieser Rezi basiert noch auf der Fassung ohne das wieder einmal eingesetzte Saxophon (diesmal kein elektronisches, sondern ein lebendiges Instrument). Es ist sparsam eingesetzt, doch weniger ist oft mehr, an völlig unerwarteten Stellen sorgt der schrille Klang für Gänsehaut. Jedes Mal!  
Ein Klavier klimpert irgendwo eine traurige Melodie, auch hier wurde auf einen großflächigen Einsatz verzichtet, doch sind diese "Schmankerl" umso eindrucksvoller.

Als Fazit bleibt die Frage, ob solch originelle und gefühlvolle Klänge die verdiente Anerkennung bekommen. Weiteres Material soll in Vorbereitung sein, mit dem Kauf der wirklich nicht überteuerten Platte (10 EUR inkl. Versand, europaweit) kann man jene Anerkennung in der Erwartung des Neuen zeigen.

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