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Übersetzung der Rezension des Debut-Albums "and Jesus wept". Sie ist gewiss nicht perfekt, aber so habt Ihr einen Einblick in das, was ich da "verbrochen" habe.

Das Debütalbum von Nightly Gale bringt uns eine Stunde verzweifelter Musik. Der Sound der Gitarren ist dermaßen paralysierend schwer, die Tempi langsam wie eine Dampfwalze, die Stücke, die 14 Minuten lang sind, das alles ergibt eine Dosis von Finsternis, die schwer auszuhalten ist.

Auf dem das Album vorausgehenden Promo-Tape "Erotica" von 1999 konnte man schon die Richtung erkennen, die die Band einschlagen würde - vor allem das markerschütternde Geschrei von Waldemar Sagan erweckt die Erinnerung an die wüsteste Art der dunklen Musik, aber es ist die einzige Assoziation. Auf "..and Jesus wept" gibt es keinen Platz für ein wahnsinniges, mörderisches Rennen, für ein Gemetzel, keine blutige Orgie im schwärzesten Rahmen ­ dieses Album ist wie ein Spaziergang im "Garten der Pein". Diese Formulierung erscheint im Text zu "Cutting God's throat", durchdrungen von Verzweiflung, Isolierung in einer eigenen Welt, in der man Gott abschlachten kann, da es keinen Unterschied macht und keiner es eh verstehen würde. In einem Augenblick wird alles still, man hört bloß Knacken wie von einer alten Schallplatte, und wir winden uns im "süßen Schmerz", der vom Klang des Saxophon untermalt wird.

Dieses Instrument wurde noch in zwei anderen Stücken verwendet, und wenn dem Hörer das Werk der Band Pan-Thy-Monium nicht fremd ist, dann weiß man welche Wirkung sein melancholischer Klang im schwer-metallischen Rahmen erzielen kann.

Die Sänger von Nightly Gale könnten nicht verschiedener sein: während der eine, wie schon beschrieben, sich die Seele aus dem Leibe schreit, singt der andere mit einer monotonen, sauberen und, na ja, traurigen, Stimme. Man könnte meinen, diese Art von Gesang passe nicht zur Musik, die, sagen wir, Doom Metal sein mag, aber es ist nicht so. Vom Anfang an gab er einen besonderen Charme dem traurigen Klanggelage der Band.

Man kann nicht genug betonen, dass das Album mit Traurigkeit übervoll ist, nur manchmal huscht ein Lichtstrahl vorbei  - das Ende des ersten Stückes führt den Hörer in eine andere Welt ein: "während du jeden Tag von neuem stirbst, öffne ich die Tore zur anderen Welt" - diese Flucht in die Gefilde der (unverwirklichten) Träume ist die einzige positive Aussage der Platte.

Im zweiten Stück hören wir das erste Mal die Stimme des Saxophons, überhaupt ist das Stück etwas merkwürdig konstruiert, es gibt einen "Ambient"-Teil in der Mitte, dann das ausladende Sax-Solo, mächtigen Chorus und zum Schluss ein höheres Tempo. Was aber nicht bedeutet, dass es rasend wird, es ist, sagen wir, gemäßigt.

Herr Sagan hat den Text zum mittleren Stück des Albums verfasst, es hat einen morbiden Charakter, mir kommen dort Bekenntnisse eines Schizophrenen in den Sinn, die Stimmen verzerrt, einander überlagernd, irgendwann denkt man: es ist vorbei, aber dann ein Herzschlag, wieder befremdliche Geräusche und erst dann werden wir von diesem Alptraum erlöst.

Die angesprochenen "Lichtblicke" erklingen auch im letzten Teil des Albums. Das letzte Stück fesselt mit einem Saxophon-Solo, die Worte, die einen einsamen, stillen Ort, ein eigenes Paradies beschreiben, in das wir auf dornigen Treppen herunter steigen - charakteristisch für die Musik der Band sind diese "Umzüge" im Rhythmus von tonnenschweren Gitarrenriffs, die immer wieder wiederholt werden. Dies passiert im ersten und letzten Stück der Platte. Sogar am Ende lassen die Herren nicht locker und erdrücken uns mit einer alles nieder walzenden Schwere.

Wenn man den Ausgang erreicht hat, wird es Zeit um zukehren und sich erneut auf diesen Pfad des Schmerzes zu begeben. Und jedes Mal entdeckst Du einen anderen Weg, die Musik ist dafür sehr vielschichtig, es ist gut zu diesem Album zurückzukehren.

P.S. Es wird wohl ein Masteringfehler sein: in der zweiten Minute der Platte kommt eine Stelle, an der der Takt verloren geht, der Sänger wiederholt die zwei Worte ("to God / and to my / to God / and to my black soul..."). Oder aber ist es gewollt?

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